Maria-Magdalenen-Kirche

Maria-Magdalenen-KircheWer als Besucher heute die Maria-Magdalenen-Kirche betritt, erlebt einen Raum, der durch Geschlossenheit und lebendige Ausstrahlung für sich einnimmt. Bei genauerem Hinschauen finden sich allerdings Zeugnisse einer Baugeschichte, die von der langen und wechselvollen Geschichte der Stadtkirchengemeinde geprägt ist.

 

Geschichte

 

Eine erste Kirche wurde hier um das Jahr 1250 von Bischof Rudger von Kerkow geweiht. Unter Einfluss des bald darauf im Bau befindlichen Klosters Chorin entstand in den Jahren zwischen 1285 und 1333 eine dreischiffige Basilika zwar ohne Querhaus, dafür aber mit zwei Seitenkapellen parallel zum Chorraum, die bald schon durch ein oberes Stockwerk ergänzt wurden. Die Bausubstanz dieser Kirche findet sich zu weiten Teilen in der heutigen Maria-Magdalenen-Kirche wieder. Viele Kapitellverzierungen im Inneren und die Figurenkapitelle an den Portalen weisen in die Bauzeit, also in das 14. Jahrhundert. Einzigartig ist das von der Zisterziensermystik beeinflusste überaus reiche Bildprogramm am doppelten Westportal. Als einziges bewegliches Ausstattungsstück aus jener Epoche blieb die Bronzetaufe erhalten, eine herausragende Arbeit ihrer Zeit.

Nach dem Wiederaufbau infolge des Stadtbrandes von 1499 entstanden Fresken, von denen Lilienmotive und eine überlebensgroßen Abbildung des Heiligen Christophorus erhalten sind. Zwei spätmittelalterliche Andachtsfiguren zeigen Martin von Tours und den auferstandenen Christus mit dem Segensgestus.

Der reich geschnitzte frühbarocke Hochaltar aus dem Jahr 1606 ist eines der bedeutendsten Zeugnisse aus der Zeit, in der das evangelische Brandenburg energisch versuchte, der Gegenreformation zu widerstehen. Das Bildprogramm des Altars stellt Jesus Christus in die Mittelachse.

Die erste Orgel wurde im Stadtbrand 1499 vernichtet. Aus dem Jahr 1783 stammt die in wichtigen Bestandteilen erhaltene Orgel von Ernst Marx (Berlin), einem Schüler des berühmten Meisters Joachim Wagner. Während des großen Orgelumbaus 1876 wurde sie in ihren neugotischen Prospekt gehüllt.

Das Äußere und das Innere der Kirche wird heute mitbestimmt durch die sehenswerten Ergebnisse der romantischen Restauration von 1875 und 1876, die Herman Blankenstein teilweise nach Anregungen von Friedrich August Stühler leitete. 

Eine jede Generation brachte mit ihren Möglichkeiten neue Elemente un dKunstwerke in die Kirche ien. So wuchs die MAria-Magdalenen-Kirche nicht nur zu einem Dokument der geschichtlichen Entwicklung der Stadt sondern vielmehr auch zu einem überzeitlichen Glaubenszeugnis heran. Sie ist heute ein mit Leben erfüllter Raum, in dem die Kirchengemeinde ihre Heimat hat.


Öffnungszeiten für Besichtigungen:Blick in den Chorraum

 

Führungen nach Absprache mit dem Gemeindebüro (Tel: 03334/287508)
Turmbesteigung ist möglich (Teil des Eberswalder Höhenpasses)

Eintrittspreise:
Spenden sind willkommen!

Adresse:
Evangelische Stadtkirchengemeinde Eberswalde
Kirchstrasse 6
16225 Eberswalde

Gemeindebüro, Frau Neumann (Sprechzeiten Mo, Di, Fr.: 9-12 Uhr, Do: 13.30 - 17.30 Uhr)

Tel: 03334/287508
Fax: 03334/287506
E-Mail: info@kirche-eberswalde.de

 

Fotos: oben: Hans-Peter Ende / unten: Hanns-Peter Giering

Der Text auf dieser Seite ist auszugsweise entnommen aus:

Hanns-Peter Giering: Die Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde. Ein kleiner Kirchenführer. Selbstverlag, Eberswalde (2011), 36 S.

Das Heft ist erhältlich in der Kirche oder im Gemeindebüro.